Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlasse dich nicht auf deinen Verstand.  Sprüche 3,5
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  Heute Lebst Du...



„Jetzt reicht´s mir aber“,


 


brauste Thomas auf. „Ich habe keine Lust mehr, mich immer anpredigen zu lassen, und ich sehe nicht ein, warum ich mich auf unserem Hof abrackern soll!“


Thomas meinte, endlich alt genug zu sein, um zu wissen, was er zu tun und zu lassen habe. Seine Eltern bereitete er dadurch manchen Kummer. Sie liebten ihren Sohn und beteten nach wie vor für Thomas, wie sie es in all den Jahren vorher getan hatten.


Eines Tages verließ er sein Elternhaus, denn er wollte endlich „frei sein“ von dem „Druck“ seiner frommen Umgebung und das tun können, was ihm Spaß machte. In einer fremden Stadt sucht er sich einen Job, um etwas Geld zu verdienen. Bei dem geringen Verdienst jedoch wurde er zu größter Sparsamkeit gezwungen. Für das wenige Geld konnte er sich nur ein kleines bescheidenes Zimmer mieten, das er bei einer freundlichen Familie fand.


Sein unordentlicher Lebenswandel trug dazu bei, dass er eines Tages schwer erkrankte und beinahe an den Rand des Todes kam. Man ließ einen Arzt rufen, der es jedoch nicht wagte, dem jungen Mann den Ernst der Lage offen mitzuteilen.


In seinen Fieberträumen warf sich Thomas unruhig hin und her. Das Bett des Kranken stand an der Wand, die unmittelbar an die Wohnstube der Familie grenzte. Das brachte mit sich, dass so manches zu hören war, was dort gesprochen wurde. Zwar nahm die Familie im Allgemeinen große Rücksicht auf den kranken Mieter nebenan; Jörg jedoch, der zwölfjährige Sohn, hatte gerade ein Lied für den Unterricht auswendig zu lernen, und das fiel ihm offensichtlich schwer.


Ständig wiederholte er laut die ihm unverständlichen Zeilen, um sie sich einzuprägen. Besonders der sechste Vers des Liedes wollte ihm einfach nicht in den Kopf hinein.


 


„Heut´ lebst du, heut´ bekehre dich;


eh´ morgen kommt, kann´s ändern sich.


Wer heut´ ist frisch, gesund und rot,


ist morgen krank, ja wohl gar tot.


So du nun stirbest ohne Buß´,


dein Leib und Seel´ dort brennen muss!“


 


Der Junge musste jede Zeile oft wiederholen. Wie Hammerschläge trafen die beständig wiederkehrenden Anfangsworte: „Heut´ lebst du, heut´ bekehre dich!“ das Gewissen des nebenan liegenden schwerkranken jungen Mannes. Beständig gingen sie ihm im Kopf herum. Als der Arzt kam und ihn untersuchte und sich nach dem Befinden erkundigte, murmelte der Patient im Fieber vor sich hin:


 


„Heut´ lebst du, heut´ bekehre dich;


eh´ morgen kommt, kann´s ändern sich.“


 


Der Arzt ging schweigend und kopfschüttelnd wieder weg. Als er am anderen Tag erschien, war er ganz überrascht, dass die Krankheit bereits ihren Höhepunkt überschritten hatte und eine sichtbare Wende zur Besserung eingetreten war. Diese hielt dann auch an, und durch Gottes Gnade erlangte Thomas bald wieder seine volle Gesundheit.


 


Doch nicht nur körperlich war Thomas gesund geworden – in den Tagen seiner Krankheit hatte Gott auf eine eigenartige Weise zu seinem Herzen geredet, und so war eine gründliche Veränderung mit Thomas vor sich gegangen.


Was war geschehen? – Das Lied, das Jörg auswendig lernen musste und immer wieder laut aufsagte, hatte Gott benutzt, um ihn von seiner Sünde und der Gefährlichkeit seines Wegs zu überführen. Jetzt fiel es ihm wie Schuppen von den Augen; und er erschrak zutiefst: An welchem Abgrund hatte er sich befunden und beinahe – beinahe wäre sein Leben dort zerschellt. Gott hatte ihn noch einmal bewahrt und gesund werden lassen. Nun aber wollte er nicht mehr so weiterleben wie bisher. Mit einem Mal ekelte ihn der Schmutz der Sünde regelrecht an, worin er bis zu seiner Krankheit gelebt, ja, die ihm sogar Spaß gemacht hatte. Welch schlechten Dienst hatten ihm sein „guten Freunde“ doch getan! In wie viele zweifelhafte Dinge hatten sie ihn hineingezogen.


Nun wurde er mit Macht an seine betenden Eltern erinnert, die er im Trotz und Eigensinn verlassen und denen er viel Kummer bereitet hatte. Ein tiefes Sündenbewusstsein kam über ihn und er fragte sich, ob ihm überhaupt vergeben werden könne. Doch dann erinnerte er sich an so manche Bibelworte, die er als Kind auswendig gelernt hatte. Besonders das Wort: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaus stoßen“, ermutigte ihn, mit seiner ganzen Sündenlast im Gebet zum Herrn Jesus zu kommen und Ihm die Schuld zu bekennen. So wurde Thomas Leben völlig neu und das Gebet seiner Eltern war erhört.


Jörg schenkte er zum Geburtstag ein schönes Gesangbuch. Das Lesezeichen legte er bei dem genannten Lied ein, dessen tiefere Bedeutung der Empfänger erst später erfuhr, als Thomas der ganzen Familie davon berichtete, wie Gott durch dieses Lied während seiner Krankheit zu ihm gesprochen und wie er dadurch zu Jesus, dem Sünderheiland, gefunden habe.


Gott benutzte dieses Lied, um zu dem Herzen von Thomas zu reden. Ich wünschte, Gott könnte diese Worte auch mit dazu benutzen, heute zu Ihnen zu reden. Er sagt uns, dass wir vor Ihm als Schuldige dastehen. Unsere Selbstgerechtigkeit ist in seinen Augen nur ein beschmutztes Kleid. Gott hasst unsere Sünde, aber Er liebt jeden Sünder. So groß ist Seine Liebe zu uns, dass Er Seinen einzigen Sohn für unsere Schuld dahingegeben hat. Jesus Christus kam in diese Welt und starb um unserer Sünde willen, damit wir Frieden mit Gott finden und ewig gerettet werden können. Wir sollten es ebenso machen, wie Thomas, und den Namen des Herrn Jesus anrufen und Ihm unsere Sünden aufrichtigen Herzens bekennen. Dann vergibt Er uns und nimmt uns an.


 


Ich bitte Sie herzlich, lieber Leser, schieben Sie diese Entscheidung doch nicht auf. Wie hieß es in dem Lied, das Jörg auswendig lernen musste und wodurch sich Thomas auf dem Krankenbett zu dem Herrn Jesus bekehrte? „Heut´ lebst du, heut´ bekehre dich; eh´ morgen kommt, kann´s ändern sich.“ – Diese Liedaussage erfüllte sich in tragischer Weise im Leben eines Mädchens.


 


Keine Zeit für Gott


 


Dort lag sie auf dem Asphalt einer belebten Großstadtstraße. Eine Schar Neugieriger war sofort zur Stelle. Entsetzte Passanten diskutierten den Unfallhergang, andere starrten betroffen auf das übel zugerichtete junge Mädchen, das kaum zwanzig Jahre erreicht haben mochte.


Vor einer knappen Stunde war Claudia verärgert von zu Hause weggegangen. Wie so oft, hatte ihre Mutter sie auch an diesem Tag eingeladen, mit ihr zum Gottesdienst zu gehen. Doch sie wurde unwillig und entgegnete: „Mutti, wie kannst du nur erwarten, dass ich an diesem schönen, sonnigen Tag im Gottesdienst sitze. Die ganze Woche hindurch muss ich jeden Tag acht Stunden lang stickige Luft im Geschäft einatmen. Heute will ich unbedingt mal hinaus und den freien Tag genießen. Dagegen wird selbst der liebe Gott nichts haben!“ Mit einem leichtfertigen Lachen warf Claudia den Kopf in den Nacken.


„Claudia“, sagte die Mutter, „du bist in letzter Zeit so oberflächlich – so, als gehe es im Leben nur ums Vergnügen. Gott hat dich schon mehrmals gerufen, und du hast es auch empfunden und doch hast du Ihm bisher dein Leben nicht übergeben. Wer weiß, ob Er dir noch lange nachgehen wird. Einmal kann es auch die letzte Gelegenheit gewesen sein. Weißt du, Claudia, ich habe heute richtig Angst um dich.“


„Ach, Mutti, du bist doch sonst nicht so pessimistisch. Wie oft hast gerade du mich mit deiner Fröhlichkeit angesteckt und aufgemuntert, aber heute verdirbst du mir den ganzen Tag.“


„Claudia, ich mache mir große Sorgen um dich“, entgegnete die Mutter. „Wie würde ich mich freuen, wenn du heute mit mir in den Gottesdienst kämest.“


„Nein, Mutti“, sagte Claudia, sich energisch verteidigend, “ich habe Susanne versprochen, mit ihr in ihrem neuen Auto rauszufahren, und ich muss mich beeilen, um rechtzeitig bei ihr zu sein.” – Das war ihre letzte Absage, während sie nach flüchtig einen Abschiedskuss auf die Stirn ihrer besorgten Mutter gab und dann die Tür hinter sich schloss.


Mit wehmütigen Blicken schaute die Mutter der Tochter durch das Fenster nach. Eine unerklärliche Traurigkeit lastete heute auf ihr, als sie dann allein ihren Weg zum Gottesdienst antrat. Es sollte das letzte Mal sein, dass Claudia frisch und lebensfroh der liebenden Mutter den Rücken zugewandt hatte. –


Nun lag das junge Mädchen bewusstlos auf der Fahrbahn. Kurz darauf war der Notarzt an der Unfallstelle. Behutsam legte man sie auf eine Tragbahre und schob sie in den Krankenwagen. Einen Moment noch sahen die Zuschauer dem davoneilenden Wagen nach, während das Geheul der Sirene im Großstadtlärm unterging. Rasch wurde das Blut von der Fahrbahn entfernt, und der wogende Verkehr verwischte die Erinnerung an eine Lebenstragödie.


Einige Stunden später kniete im Krankenhaus die Mutter vor ihrem Bett ihrer schon vom Tode gezeichneten Tochter, die immer noch bewusstlos dalag.


„O Gott, lass mich noch einmal mit meinem Kind sprechen und mit ihr beten können!“ flehte sie in mühsam unterdrücktem Schluchzen – und der barmherzige Heiland erhörte das aus einem verzweifelten Herzen kommende Gebet.


Am Abend jenes verhängnisvollen Tages erlangte Claudia für kurze Zeit ihr Bewusstsein wieder, und ihre todmüden Augen ruhten still auf ihrer vor dem Bett knienden Mutter.


Weinend und mit gebrochener Stimme schluchzte sie: „Mutti, komm näher! ... Vergib ... mir, ich ... hätte dir gehorsam sein ... müssen, dann ... wäre ich jetzt gesund ... Weil ich mich ... weigerte, auf Gott ... und dich zu hören ... deshalb liege ich hier ... mit gebrochenen Gliedern ... und muss so jung ... sterben ... Wird mich der Heiland ... noch annehmen? ... Ist noch Gnade ... für mich ... gerettet zu werden ... und in den ... Himmel zu kommen?“


„Ja, mein Kind“, sagte die Mutter tiefbewegt, „du darfst zu dem Herrn Jesus kommen. Er nimmt dich an!“


Keine Zeit verlieren!


Betend saß die Mutter am Sterbebett ihrer Tochter. Der Herr hatte das Flehen um die Errettung ihres Kindes erhört und sie durfte ihre sterbende Tochter noch zu Jesus führen, der auch für sie am Kreuz gestorben war. Nur wenige Augenblicke bevor Claudia für immer ihre Augen schloss, bekannte sie noch ihre Sünden und bat den Herrn Jesus und ihre Mutter unter Tränen um Vergebung. Welch ein Trost erfüllte, trotz aller Traurigkeit, das Herz der Mutter, als sie sah, wie sich der Friede Gottes in Claudias Zügen widerspiegelte. Wir werden uns wiedersehen: Diese Gewissheit machte sie getrost.


Wie ganz anders hätte das Leben jenes jungen Mädchens verlaufen können, wenn sie nur dem Mahnen ihrer Mutter und vor allem der Stimme Gottes gefolgt wäre. Wie viele Menschen gibt es – nicht nur junge – die keine Zeit für Gott haben oder die sagen: „Später einmal! – Heute noch nicht!“


Hätte Claudia diesen schweren Unfall überlebt, würde sie gewiss jeden von uns eindringlich ans Herz legen und sagen:


„Komm heute zu Jesus! Zögere nicht länger! Übergib dein Leben so früh wie möglich dem Heiland, der für dich starb. Bekenne Ihm deine Sünden. Nimm Ihn in dein Leben auf.“

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Heute lebst du

Wie übergebe ich mein Leben an Jesus?

Übergabegebet