Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlasse dich nicht auf deinen Verstand.  Sprüche 3,5
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 Hätte ich es nur gewusst


 

  Der Unbekannte


Die nachstehende Begebenheit hat sich vor Jahren in Australien zugetragen.


 


Wie ein silbernes Band schlängelt sich der Fluss durch die Auwiesen. In der Ferne sieht man hochragende Gebäude einer Stadt. Eine Trauerweide lässt ihre Zweige weit in die eilig dahin strömenden Wellen hineinreichen. Ein paar Jungen erproben ihre Kletterkünste in dem weit verzweigten Geäst.


Harry hat von seinem luftigen Sitz aus den Fremden zuerst entdeckt; mit eigenartigen Bewegungen nähert sich der Mann ihnen auf dem Uferpfad. Seine deformierten Glieder geben ihm ein erbarmungswürdiges und zugleich lächerliches Aussehen.


„Seht euch diese Vogelscheuche an!“ ruft Harry übermütig. Und dann beginnt ein Witzeln und Spotten, bis der Fremde, der mit keinem Wort auf die rohen Späße der Jungen reagiert, an der Stelle vorüber ist. Harry rutscht vom Baum und läuft – den Fremden imitierend – mit den komischsten Verrenkungen hinter ihm her, während sich sein Freunde ausschütten vor Lachen. Bald ist der Fremde ihren Augen entschwunden, und die Jungen setzen ihren Zeitvertreib fort.


Als Harry nach Hause kommt, meint er seinen Augen nicht zu trauen. Der fremde Mann ist mit seiner Mutter im Gespräch. Harry überlegt, ob es nicht besser sei, sich aus dem Staub zu machen. Seine Mutter jedoch hat ihn schon bemerkt, und seine Verlegenheit ist ihr auch nicht entgangen. – „Na, Harry, was ist mit dir los?“ – Zögernd tritt er näher. Doch der Fremde lächelt ihn freundlich an, legt seine verkrüppelte Hand auf Harrys wirren Haarschopf und sagt: „Gott segne dich, mein Junge!“ – Bald darauf verabschiedete sich der Fremde, nachdem er noch einige freundliche Worte an Harry gerichtet hat.


Kaum sind sie allein, da bestürmt Harry die Mutter mit Fragen: „Wer war das? Woher kommt dieser Mann? Warum ist er so verkrüppelt?“


„Weshalb bist du so erregt, Harry?“ fragt die Mutter und erzählt dann: „Vielleicht erinnerst du dich noch – als du etwas vier Jahre alt warst, spieltest du eines Tages am Ufer des Teiches. Du ranntest einem Schmetterling nach und wolltest ihn fangen. Er setzte sich auf einen Zweig, du machtest einen Sprung, um ihn zu erreichen, fielst kopfüber in den tiefen Teich. Im selben Augenblick ging dieser Mann vorüber, sah dich fallen und sprang sofort ins Wasser, um dich zu retten. Wenig später trug er dich gesund und heil ans Ufer. Er hat dir das Leben gerettet. Doch am gleichen Abend ergriff ihn starkes Fieber, und durch eine Lungenentzündung schwebte er zwischen Tod und Leben. Nach monatelanger schwerer Krankheit erholte er sich zwar; jedoch als Folge stellte sich schlimmes Rheuma ein, wodurch sein Glieder im Laufe der Zeit so stark entstellt wurden.“


Harry steht da wie versteinert, dann schluchzt er auf: „Mama, Mama! Hätte ich es doch nur gewusst! Ich habe den verspottet, der mir das Leben gerettet hat. Meinst du, er kann mir noch vergeben? – Mama, was habe ich nur gemacht? Ich habe meinen besten Freund beleidigt ...!“


Hätte Harry gewusst, wer da an ihm vorüberging, nie und nimmer würde er ihn verspottet haben.


Lieber Leser, kennst du Den schon, der aus Liebe zu dir Sein Leben hingab? Wie Harry bist auch du dem Glück, diesem flüchtigen Schmetterling nachgerannt. Du meintest es in den Freuden dieser Welt, in Reichtum und Ansehen greifbar nahe vor dir zu haben. Doch ehe du dich versahst, war das Glück dir entschwunden und du versankst im Morast der Sünde, im Abgrund der Verzweiflung. Was nun? Gibt es einen, der dir seine helfende Hand entgegenstreckt? – Ja, Er hat es bereits getan, obwohl du Ihn noch nicht kennst, obwohl du vielleicht wie Harry in seiner Unwissenheit bisher Den verspottet und von dir gewiesen hast, der auch dein Retter ist. Für dich – wie für viele – ist Er noch immer der große Unbekannte.


Harrys Retter ist nicht am sicheren Ufer stehengeblieben und hat tatenlos zugesehen, wie der Junge ertrank. Nein, mit dem Einsatz seines Lebens rettete er ihn.


Und dein Retter? Er wagte nicht nur Sein Leben, Er gab es sogar für dich hin am Kreuz auf Golgatha! Es ist JESUS CHRISTUS, der SOHN GOTTES! Er ist gekommen, „um zu suchen und zu erretten, was verloren ist“ (Lukas 19,10).


Harry wurde von einer starken Hand aus den Fluten errettet. Lieber Freund, ich will dir einen Retter zeigen; ich will dich auf die Hand aufmerksam machen, die keinen zurückstößt, der sich helfen lassen will. Dieser Retter hat die Herrlichkeit des Himmels verlassen, um an unserer Statt zu leiden – für dich und für mich! Er kaufte uns los aus Satans Gewalt, dem wir infolge unserer Sünden hörig sein müssen.


Du wendest ein: „Ich habe weder gestohlen noch gemordet, und ich bin nicht schlechter als andere. Ich habe keinen Retter nötig.“ – Du magst zwar ein vorbildliches Leben in den Augen der Menschen führen; aber wie beurteilt der lebendige Gott es? Wie steht es beispielsweise um die Sünden, die du heimlich begangen hast? Vielleicht hast du das, was in deinem Herzen war, nie zur Tat werden lassen, aber die Sünde hat deine Gedanken beschmutzt und so eine Mauer aufgerichtet zwischen dir und deinem Gott.


Unvergebene Sünde bringt uns unter die Fremdherrschaft finsterer Mächte. Gott sagt: „Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang ...“ (1. Johannes 3,8).


Viele verkaufen ihre Seele aus Unwissenheit dem Teufel, indem sie Okkultismus praktizieren oder sich durch esoterische Literatur und okkulte Heilmethoden unter den Einfluss finsterer Mächte bringen. Andere leben einfach drauf los, etwa nach dem Motto: „Alles was Spaß macht, ist erlaubt!“ Sie missachten Gottes wunderbare Schöpfungsordnung. Sie missbrauchen und zerstören beispielsweise ihre von Gott geschenkte Sexualität durch eine gottwidrige, perverse Lebensweise. Sie sinken mehr und mehr in eine bodenlose Tiefe hinab und sind sich ihres elenden Zustandes nicht einmal bewusst.


Nicht Gott, sondern wir selber – unsere eigene Schuld – richtet und verurteilt uns. Wir sind in Ewigkeit verloren, wenn wir keinen Mittler und Retter haben.


Nicht die Vielzahl von Verschuldungen, sondern eine Zuwiderhandlung genügt beispielsweise, uns vor Gericht als Gesetzesübertreter schuldig zu sprechen. Eine einzige Verfehlung im Straßenverkehr kann tragische Folgen haben. – Sollte Gott, der unbestechliche Richter aller Menschen, großzügig über alles hinwegsehen, obwohl wir Seine Gebote nicht nur in einem Fall, sondern unzählige Male übertreten?


Der Erfinder des Chloroforms, J. Simpson, erzählt aus seiner Kindheit und Jugendzeit: „Als ich ein Schuljunge war, hatte ich ein Erlebnis, das ich nicht mehr vergessen kann. Ich sah einen Mann, der an einen Karren gebunden war und vor den Augen der Leute durch die Straßen meiner Heimatstadt geschleift wurde. Sein Rücken war von Peitschenhieben wund geschlagen und blutete. Es war eine schändliche Strafe.


Etwa für viele Vergehen? – Nein, nur für ein Vergehen. – Hat auch nur ein einziger der Zuschauer sich angeboten, die Peitschenhiebe mit ihm zu teilen? – Nein! Er, der das Unrecht begangen hatte, trug die Strafe ganz allein.“


Weiter berichtete Simpson: „Als ich zur Universität ging, hatte ich ein anderes Erlebnis, das ich ebenfalls nicht vergessen kann. Ich sah einen Mann, der zum Tode verurteilt war. Sein Arme waren gefesselt, und sein Gesicht war bereits fahl wie der Tod. Tausende von neugierigen Augen waren auf ihn gerichtet, als er vom Gefängnis zur Hinrichtung geführt wurde.


Hat jemand sich angeboten, an seiner Stelle zu sterben? Kam auch nur einer, um ihn den Strick zu lösen und zu sagen: ´Bindet ihn um meinen Hals, ich sterbe für ihn!´? Nein; er unterzog sich dem Urteil des Gesetzes. – Ich frage: ´Für wie viele Vergehen?´ - Für nur ein einziges Vergehen. Er brach das Gesetz nur in einem Punkt und musste darum sterben.


Ich hatte ein anderes Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Ich sah mich, den Sünder, der am Rande des Abgrunds stand und zur ewigen Strafe im Feuersee verurteilt war. Etwa nur für eine Sünde? – Nein, sondern für viele, viele Sünden, die ich gegen das unveränderliche Gesetz Gottes begangen hatte.


Nun schaute ich weiter und sah, dass JESUS CHRISTUS mein Stellvertreter wurde. Er trug die ganze Strafe für meine Sünde an Seinem Leib. Er starb am Kreuz, damit ich freigesprochen würde, um einmal in ewiger Herrlichkeit und Glückseligkeit leben zu können. Er litt – der Gerechte für den Ungerechten – um mich zu Gott zu führen. Er befreite mich von jedem Rechtsanspruch und jeder Forderung, die der Teufel infolge meiner begangenen Sünde an mich stellte.


Denn ´wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht´, sagt der Herr Jesus. Er selbst aber, der Sohn Gottes, trug meine Strafe, und ich bin frei! – Welch ein mächtiger Retter ist der Herr Jesus! Ihm gebührt Dank und aller Ruhm!


Ich fand in Ihm nicht nur meinen Stellvertreter, sondern meinen Retter, Befreier, Erlöser und guten Hirten, der so treu für mich sorgt.“


Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dir, lieber Leser, von diesem wunderbaren Herrn und Heiland weiterzusagen, „denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen“, sagt Gottes Wort. Wer im Gebet diesen Namen Jesus anruft, der wird errettet!


Die allerwichtigste Frage für dich in diesem Augenblick ist: Will ich Jesus annehmen? – Er kam auf diese Erde, um uns zu erretten! Kannst du gleichgültig an dieser Liebestat Jesu vorbeigehen? Klagen dich die Nägelmale in Seinen Händen und Füßen, Seine für uns durchstochene Seite nicht an?


Harry bereute es bitter, mit seinem Lebensretter ein so böses Spiel getrieben zu haben. Die Spuren seiner Rettungstat hatten den Retter in seinen Augen lächerlich erscheinen lassen. Und du, lieber Leser? – Danke dem Herrn Jesus für seine Liebestat und bete gerade jetzt zu ihm:


„HERR JESUS, ich habe Dich, meinen einzigen Lebensretter, bisher geschmäht und Dein Wort verachtet. Ich habe Dir keinen Dank erwiesen für Deine Liebestat. Vergib mir mein langes Widerstreben und alle meine Sünden. Wasche mich rein mit Deinem Blut. Ab heute soll mein Leben ganz Dir gehören! In Jesu Namen sage ich mich bewusst und für immer los von jedem Anspruch Satans auf mein Leben. Danke Herr Jesus, dass Du auch mein Retter bist.     Amen.“


 


„Hätte ich es nur gewusst ...!“


 


... rief der Junge aus, als ihm bewusst wurde, dass er seinen Retter so schmählich behandelt hatte, weil er ihn nicht kannte. Wie viele tun es ihm gleich und verachten ihren Lebensretter.


Doch Er soll dir kein Unbekannter mehr bleiben. Du kannst Ihn heute kennenlernen und erleben. – Sieh, wie Seine Hände um deiner Sünde willen ans Kreuz genagelt, wie Seine Füße durchbohrt wurden. In Ewigkeit wird Er diese Wundenmale tragen, und sie werden dich einst vor Gott verklagen, wenn du hier Seine Liebestat zurückweist. Der heute dein Retter sein möchte, wird dann dein Richter sein, weil du die Vergebung deiner Sünden nicht annehmen wolltest. Vergeblich wirst du es bereuen, dass du Gottes Rettungsangebot verschmäht hast.


Was hält dich, lieber Leser, davon zurück, diesen einzigartigen Retter als deinen Retter und Herrn heute anzunehmen? – Plötzlich und unerwartet können wir mitten aus dem Leben hinweggerafft werden. Dann ist die Zeit zu unserer Errettung für immer vorbei, wenn wir sie nicht vorher genutzt haben. – Wie schrecklich wäre es dann, in ewiger Qual vergeblich bereuen zu müssen: Wie konnte ich nur Den verachten und Seine Liebe verschmähen, der mich so oft gerufen hat und mich erretten wollte? – „Ach, hätte ich es nur gewusst ...!“

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Hätte ich es nur gewusst

Einen weiteren ergänzenden Text findest du hier

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