Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlasse dich nicht auf deinen Verstand.  Sprüche 3,5
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 Es wartet jemand auf mich


Der Zug verließ gerade den Bahnhof. Ein älterer Herr, der soeben zugestiegen war, verstaute sein Gepäck und nahm dann aufatmend am Fenster Platz. Ihm gegenüber saß ein Junge, der mit traurigem Gesicht aus dem Fenster starrte und sich ab und zu verstohlen über die Augen wischte. Der Mann schaute teilnahmsvoll auf den Jungen. „Was ihn wohl bedrückt?“ überlegte er. „So jung noch, vielleicht gerade mit der Schule fertig ...“


Er versuchte mit seinem Gegenüber ins Gespräch zu kommen. „Du bist gewiss auf der Heimfahrt und freust dich darauf, bald zu Hause zu sein“, sagte er freundlich. Im Gesicht des jungen Reisegefährten zuckte es schmerzlich, während er einen Seufzer unterdrückte. „Ja, vielleicht ... das heißt ...“, stammelte er, brach dann ab und schaute den älteren Herrn hilflos an.


„Nun, ich kenne deinen Kummer nicht, und du brauchst ihn mir nicht zu erzählen, wenn du nicht magst. Vielleicht wäre es dir jedoch eine Hilfe, dir alles vom Herzen zu reden.“


Der Junge schaute ihn einen Augenblick an und begann dann stockend zu erzählen: „Ich bin schon vier Monate von zu Hause weg. Die Schule war ich leid, und daheim – ach, wissen Sie, wir haben Landwirtschaft, und da hatte ich es einfach satt, in meiner Freizeit immer mitarbeiten zu müssen. Die anderen Jungen in meinem Alter haben ihre Freunde, ihre Hobbys und Vergnügen, und ich ...? Das passte mir nicht und ich lief von zu Hause weg. Ich hatte etwas Geld und so machte ich mir auch keine Gedanken, wie es mir woanders ergehen würde. Wenn ich es geahnt hätte, was für eine schreckliche Zeit vor mir lag ...“ Er beendete den Satz nicht, doch wischte er sich verschämt mit dem Handrücken über die Augen. – „Dann, eines Abends, es war schon spät“, fuhr er nach einer Weile fort, „traf ich einen Mann auf der Straße, der mir wohl angesehen haben muss, wie dreckig es mir ging. Er kaufte mir was zu essen und nahm mich für die Nacht auf.


„Dir bleibt nichts anderes übrig, als nach Hause zurückzukehren, wenn du nicht vor die Hunde gehen willst“, riet er mir. „Schreib deinen Eltern am besten gleich jetzt.“ – das habe ich getan, und so wissen meine Eltern nun, dass ich mit diesem Zug kommen werde.“


Der ältere Herr schaute den Jungen an: „Und vor was hast du jetzt noch Angst?“ – „Nun, dass meine Eltern nichts mehr mit mir zu tun haben wollen, wo ich doch so gemein zu ihnen war. Deshalb habe ich ihnen geschrieben, sie sollten – für den Fall, dass sie mich noch haben wollen – ein weißes Tuch in den Apfelbaum in unserem Garten hängen. Der Garten ist ganz nahe an der Eisenbahnlinie, und man kann den großen Apfelbaum schon von weitem sehen. – Wir werden gleich dort sein“, schluchzte er auf.


Auch die Augen des älteren Herrn wurden feucht. „Schon gut, mein Junge“, sagte er bewegt. „Du brauchst nicht selbst zu schauen, ob ein weißes Tuch in dem Apfelbaum hängt. Dies werde ich für dich tun.“


Plötzlich richtete sich der Junge auf und rief: „Jetzt sind wir beinahe dort. Schauen Sie gut hin! Aber ich fürchte, dass meine Eltern kein weißes Tuch in den Apfelbaum gehängt haben und dass sie mich nicht mehr haben wollen.“


Der ältere Herr schaute angestrengt aus dem Fenster, um alles gut sehen zu können. – „Der Apfelbaum blüht!“ rief er mit einem Mal laut und freudig aus. „Schau nur!“ – Überglücklich zog er den Jungen ans Fenster. Und so war es, denn an den Ästen hingen nicht ein – nein, mindestens fünfzig oder noch mehr große Tücher, die fröhlich im Winde flatterten wie Siegesbanner vergebender Liebe.


Viel größer jedoch ist Gottes vergebende Liebe, wenn wir in Reue über unsere eigenen, verkehrten Wege und in aufrichtiger Herzensbuße zu Ihm umkehren und „nach Hause kommen“.


Ich darf nach Hause kommen!


 


Lieber Leser, auch wir meinten, ohne Gott unser Leben meistern zu können. Doch was hat uns ein Leben ohne Gott gebracht? Ein zerbrochenes Lebensglück, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung. – Wie treffen beschreibt die Bibel unser Leben: „Mancher Weg erscheint einem Menschen der rechte, aber das Ende davon sind Wege des Todes“ (Sprüche 14,12). – Heute ist noch Zeit, über unser verpfuschtes Leben und die vergeudeten Jahre, die wir ohne Gott verbrachten, Buße zu tun und umzukehren. Jesus sagt: „Kommt her zu Mir alle, die ihr euch abmüht und niedergedrückt seid! Ich will euch Ruhe geben“ (Matthäus 11,28).


Alles wartet auf Sie! Das Vaterhaus Gottes ist weit geöffnet für Sie! Gott, der Vater, wartet auf Ihre Rückkehr. Jesus Christus, der Sohn Gottes, wartet auf Sie, dass Sie umkehren und Ihm Ihre Sünden bringen. Der ganze Himmel erwartet Sie, wenn Sie sich heute aufmachen und „nach Hause kommen“, zurück ins Vaterhaus Gottes.

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Es wartet jemand auf dich

Wie es nach Hause geht, erfährst du hier

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