Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlasse dich nicht auf deinen Verstand.  Sprüche 3,5
Home Texte Videos Termine Kontakt
Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Per E-Mail senden

Mama, darf ich für Dich beten?                  


„Es ist einfach die Frage, wie viel wir dem Herrn zutrauen“, sagte der Missionar, der von dem wunderbaren Wirken Gottes auf dem Missionsfeld berichtete. „Glaube und Gebet, das ist es, was den Arm Gottes bewegt.


Hat nicht der Herr Jesus in Matthäus 17,14-21 gesagt:


`Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin! Und er wird sich hinwegheben. Und nichts wird euch unmöglich sein.`


Aber gilt dies nun auch im Blick auf Krankenheilung? – Ja, denn in Markus 11,24 gibt der Herr Jesus uns die wunderbare Verheißung:


`Alles, um was ihr betet und bittet, glaubt, dass ihr es tatsächlich empfangen habt, so wird es euch zuteil werden.`


Auch heute noch antwortet der Herr auf das Gebet des Glaubens hin und heilt die Kranken. In Matthäus 8,16-17 lesen wir:


`Als es Abend geworden war, brachte man viele Besessene zu Ihm, und Er trieb die bösen Geister durch sein bloßes Wort aus und heilte alle, die ein Leiden hatten. So sollte sich das Wort des Propheten Jesaja erfüllen, der da sagt: Er hat unsere Gebrechen hinweg genommen und unsere Krankheiten hat Er getragen.`“


Die Zuhörer lauschten interessiert den Worten des Missionars. Esther, das Töchterchen des Gemeindeleiters saß mit großen, runden Augen da und ließ sich kein Wort entgehen. Kaum hatte der Missionar seine Predigt beendet, huschte die Kleine schnell zu ihrem Vater, der gerade im Begriff war, das Schlusslied anzukündigen.


„Darf ich schon nach Hause zur Mutter gehen?“, flüsterte sie ihm ins Ohr. Der Vater nickte, und eilig machte sich Esther auf den Weg.


Der Prediger war ein noch junger, aber ungewöhnlich begabter Mann. Man schätzte ihn als einen ausgezeichneten Redner, wusste aber auch, dass er die Nachfolge Jesu sehr ernst nahm und eine gründliche Bibelkenntnis besaß.


Als er nun aufstand, um den Gottesdienst zu beenden, fühlte er sich doch verpflichtet, die Aussagen an diesem Abend „ein wenig zurechtzurücken“. Er war keineswegs mit den Ausführungen des Missionars einverstanden gewesen. Ihm schien das alles ein wenig unnüchtern, und er befürchtete, dass schwache Seelen durch solch eine Verkündigung in Zweifel und Unruhe geraten könnten. Würde man hier nicht der Schwärmerei Tor und Tür öffnen?


In seinem Schlusswort wies er auf die Bitte des „Vater-unsers“ hin: „Dein Wille geschehe!“ – „Dieses Gebet, das der Herr Jesus Seine Jünger lehrte“, so sagte er, „zeigt uns, dass wir bei jedem Gebet darauf zu achten haben, dass der Wille Gottes und nicht unser Wille geschieht.“


Diese Worte machten auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck, wurden sie doch sehr sorgfältig gewählt und ernst vorgetragen. Alle wussten ja, dass ihr Prediger härter geprüft wurde, als irgend ein anderer in der Gemeinde, da seine eigene Frau schon seit einigen Jahren gelähmt war. Diese Tatsache verlieh seinen Worten: „Dein Wille geschehe!“, besonderes Gewicht.


Esther, die kleine Tochter des Predigers, war inzwischen daheim angekommen und stand vor der gelähmten Mutter. Sie war die ganze Strecke gelaufen; denn sie hatte etwas auf dem Herzen und hatte es sehr eilig damit. Die Mutter strich dem Kind über das Haar, küsste es und fragte: „Ist Papa noch nicht mitgekommen?“ – „Nein, ich hätte auch noch dort bleiben sollen, aber ich bat ihn, zu dir gehen zu dürfen.


Oh, Mama, der Missionar hat gesagt, dass der Herr Jesus auch jetzt noch Kranke gesund macht. Du kannst gesund werden, denn der Herr Jesus heilt heute noch. Dann kann Er auch deine Füße wieder ganz gesund machen.“


„Ja, gewiss, mein Kind, das kann Er wohl, aber ...“


„Glaubst du denn nicht, Mama, dass Gott es tun will? – Stell dir vor, Mama, dann musst du nicht mehr hier sitzen.“


Die Mutter antwortete: „Doch, ich habe Ihn in all den Jahren schon oft darum gebeten, weil es sehr hart für mich ist, so dasitzen zu müssen. Vater und ich waren erst drei Jahre verheiratet, und wir waren so glücklich miteinander. Dann wurde ich plötzlich krank, und nun sitze ich hier Jahr um Jahr. Aber Gott hat so treu für mich gesorgt. Vater und ich glauben nun, dass meine Krankheit zu unserem Besten dient. Gott meint es doch nur gut mit uns. Sein Wille ist der beste. Darum wollen wir immer zu Ihm sagen: ´Herr, Dein Wille geschehe!´“


Das Kind hatte aufmerksam zugehört und fragte ein wenig erstaunt: „Aber willst du denn nicht gesund werden, Mama? – Denke doch daran, wie schön es wäre, wenn du wieder gehen könntest. Mama, bitte, sei doch so gut und wünsche doch, gesund zu werden!“, bettelte die Kleine. „Der Missionar sagte, wir sollten glauben, dass wir das, warum wir bitten, schon haben, dann wird der Herr Jesus es uns geben. So ähnlich würde es jedenfalls in der Bibel stehen. Oder stimmt das etwa nicht?“


Die Mutter wischte sich die Tränen aus den Augen. Sie fühlte in ihrem Herzen den Wunsch, gesund zu werden, fürchtete aber, das sei Gott nicht wohlgefällig. Lange betrachtete sie ihr Töchterchen, das vor ihr stand und auf ihre Antwort wartete. Aber sie brachte kein Wort über die Lippen. Dann begann Esther von neuem: „Bitte, Mama, erlaube mir doch, für dich zu beten! Der Missionar sagte, dass der Herr Jesus auch heute noch gesund machen will. Wir dürfen das glauben und auch darum beten. – Mama, darum lief ich nach Hause, so schnell ich konnte, denn ich war so glücklich, weil ich wusste, dass du dir wünscht, gesund zu sein.


Wirst du mir erlauben, für dich zu beten? – Wie schön wäre es, wenn du mit mir heute Abend Papa entgegengehen könntest. Wie würde er sich freuen. – Mama, erlaube mir, den Herrn Jesus darum zu bitten, dass Er dich gesund macht. Er wird es bestimmt tun, so wie der Missionar es uns heute Abend erklärt hat.“


Was sollte die Mutter hier entgegnen? Sie gab dem Drängen des Kindes nach: „Ja, Esther, bete nur, bete!“ – Sie war durch den Glauben des Kindes sehr beschämt. Wie ist es doch so wahr, dachte sie, dass wir wie die Kinder sein sollen.


Das Kind kniete beim Stuhl der Mutter nieder und fing an zu beten: „Lieber Herr Jesus, der Missionar sagte, dass Du die Leute auch heute noch gesund machen willst, wenn sie nur glauben und Dich darum bitten. Du siehst, Mama ist nun schon lange krank, sie hat viel geweint, und Papa hat auch viel geweint. – Mama ist so lieb zu mir, Du weißt es doch. Lieber Heiland, bitte heile meine Mama und schenke ihr ganz gesunde Füße, Amen.“


Die Mutter saß eine kleine Weile ganz still da und hörte Esther zu, während ihr die Tränen über die Wangen herabliefen. Dann fühlte sie plötzlich etwas Seltsames in ihren Füßen, ein Zucken in ihren Muskeln. Beinahe hätte sie sich gefürchtet. Sobald das Kind aber „Amen“ gesagt hatte, richtete sie sich auf und konnte tatsächlich auf ihren Füßen stehen, die vorher hilflos auf einem Fußschemel gelegen hatten. Ja, wirklich, Gott hatte eingegriffen und das schlichte Gebet und den kindlichen Glauben ihrer kleinen Tochter beantwortet. – Sie war geheilt und rief: „Oh, mein Gott, o Gott! Bin ich denn auch wirklich geheilt? – Kind, ich bin ja gesund! Denke nur, meine beiden Füße sind gesund, sie sind geheilt!“


Sie sprang auf und lief im Zimmer hin und her. Sie drehte sich um und weinte laut vor Freude.


Das Kind war in die Küche gelaufen und bat um den Mantel für die Mutter. Als man es auslachte, rannte es selber in das Schlafzimmer der Eltern und ging zum Kleiderschrank, kletterte auf einen Stuhl, nahm einen Mantel vom Haken und rannte damit zurück zur Mutter. „Zieh dich bitte an, Mama, wir wollen Papa entgegengehen.“


Im Versammlungsraum war indessen noch immer eine heftige Diskussion im Gange. Der Prediger fühlte sich immer stärker durch die Einstellung des Missionars herausgefordert.


Er griff den Missionar vor allen Anwesenden an: „Sind Sie sich dessen bewusst, welche Folgen eine solche Verkündigung haben kann?“


Der Missionar erwiderte auf alle diese Vorwürfe kaum etwas. Es schien, als ob er einerseits großes Verständnis für die Lage des Predigers habe, dass er sich andererseits aber auch sicher war, das Rechte gesagt und getan zu haben.


Er berichtete lediglich noch von dem Wunder der göttlichen Heilung im Leben seiner eigenen Frau. Er war von dieser Liebestat Gottes so sichtlich ergriffen, dass er hinzufügte: „Ich mache nur das, was jener Mann, von dem das Neue Testament berichtet, auch tat, als er verkündigte, was der Herr Großes an ihm getan hatte. – Ich bringe keine neue Lehre, sondern möchte nur meinen geliebten Herrn Jesus groß machen und bezeugen, was Er auch heute noch zu tun vermag.“


Aber der Prediger versuchte immer wieder klar zu machen, dass Gott auch durch schmerzliche Lebenserfahrungen zu Seinen Kindern rede, wobei er an sein gelähmte Frau zu Hause dachte. – „Wir tun gut daran“, sagte er, „wenn wir demütig auf das hören, was Gott uns auch auf diese Weise zu sagen hat.“ Mit Nachdruck warnte er vor jeder Art Unnüchternheit und Schwärmerei und schloss dann mit den Worten: „Wir haben uns einfach in den Willen Gottes zu schicken, und im Übrigen ist die Zeit der Wunder, wie sie in der Urgemeinde geschahen, vorbei.“


Während der Prediger noch auf diese Weise seinen Standpunkt vertrat und vor Irrlehren warnte, hörte man draußen Schritte und die freudige Stimme eines Kindes. Die Tür tat sich auf, und herein kam die Frau des Predigers mit dem Töchterchen an der Hand.


Alle Blicke waren zur Tür gerichtet. Der Prediger sprang auf und wurde kreidebleich. Es hatte ihm die Sprache verschlagen. „Was – was ist das? – Sag, - o sage es doch, bist du wirklich? – Nein, das kann nicht sein! Es ist doch unmöglich!“


Unter Tränen antwortete seine Frau: „Es ist das Werk des Herrn!“ – Dabei fiel sie ihrem Mann weinend um den Hals.


Alles war still! Niemand wagte auch nur ein Wort zu sagen. Man hörte nur ein Weinen und Schluchzen, das durch die Reihen ging. Während der Prediger seine geheilte Frau in den Armen hielt und er lange Zeit kein Wort mehr hervorbrachte, schluchzte er schließlich unter Tränen und brachte nur stammelnd die Worte hervor: „Ein Werk des Herrn!“


Alle knieten nieder und priesen Gott. Es wurde spät, bis die Versammlungstür an jenem Abend geschlossen werden konnte. Welch ein herrlicher Sieg der Gnade Gottes.


(Einem alten Missionsblatt entnommen)


„Bei Gott ist kein Ding unmöglich!“


... hat Er uns in Lukas 1,37 verheißen. Darum wirf dein Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Für den Herrn Jesus ist kein Schaden zu groß, kein Sündenfluch zu schwer, keine Krankheit unheilbar. Er kann helfen, retten, heilen – auch heute noch! Ihm ist gegeben alle Gewalt!


Sein Name heißt „Wunderbar“! Sein Wort ist wahrhaftig, und was Er zusagt, das hält Er gewiss! – „Gott ist nicht ein Mensch, dass Er lüge. Sollte Er etwas sagen und nicht tun? Sollte Er etwas reden und nicht halten?“ (4.Mose 23,19)


Er ist derselbe Jesus wie vor Zeiten,


und jedes Herz, das glaubend Ihn berührt,


trotz aller Schmerzen, die die Sünde brachte,


bei Jesus Kraft und Heilung es verspürt.

nach oben

Darf ich für dich beten?

Wie erlange ich das Heil des Herrn Jesus?

Übergabegebet